Ein großer Filmer und Freund ist von uns gegangen.

Johannes Heerdegen ist am 09.02.2020 im Alter von 94 Jahren verstorben.

Er war ein Geschichtenerzähler. Geschichten, die  er selbst bis ins kleinste Detail zu einem Drehbuch erarbeitete, dramaturgisch in herausragenden Bildern darstellte und mit seiner unverwechselbaren Erzählstimme vortrug. Qualität war sein Markenzeichen, in jeder Hinsicht. Der 16 mm – Film war sein Medium über viele Jahrzehnte, um dann in der letzten  Schaffensperiode   noch   auf   Video  umzusteigen – die Schnittsoftware bot ihm viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Sein Vita- Film „Harperley und Begegnung mit Tony“ seiner englischen Kriegsgefangenschaft ist ein herausragendes Beispiel von Völkerverständigung, die er lebte und erzählte. Dazu passt der Film „Ein pommerscher Schotte“, den er mit seiner Frau Hanne aufsuchte, um die Geschichte eines Deutschen in englischer Kriegsgefangenschaft zu erzählen der in England blieb, heiratete und glücklich wurde. England   war   Teil   seines   Lebens.   Aber   auch   die   Filme „Mezzogiorno“ oder „Vietnam“ sind Beispiele dafür wie er sich in andere Menschen und Nationen einfühlen konnte. Viele weitere tolle Filme gehören noch zu seinem Filmerleben.

Johannes, wir werden Dich vermissen, als Freund aber auch als großen Filmer.
Werner F.A. Fitzek

 

Wir trauern um Max Conradt

Wer ihm begegnete, war von der Ausstrahlung seiner Persönlichkeit beeindruckt. In druckreifen Sätzen und mit seiner unverwechselbaren sonoren Stimme, der die raue Luft des Nordens etwas Knarziges mitgegeben hat, war er ein fester Bestandteil der Amateurfilm-Szene. Max Conradt verstarb am 15.11.2018 im Alter von 88 Jahren in Hamburg, Wir trauern um ihn und werden ihn im Kreis der vielen Filmfreunde sehr vermissen.

Nach seiner langjährigen Tätigkeit als Medizin-Journalist beim Hamburger Abendblatt besuchte er ein paar Jahre lang Videokurse an der Volkshochschule und später Seminare an der Hamburger Media-School. Seine einfühlsamen filmischen Produktionen waren nie vom Mainstream geprägt. In der Vorbereitung seiner Filme beschäftigte ihn oft die Frage, wie er den Stoff so gestalten könnte, dass auch ein verwöhntes Publikum dem Ablauf gerne folgen würde.
Es waren Geschichten hinter den Bildern, die immer zu entdecken waren und seine filmische Arbeit so besonders machten. Seine Werke befassten sich häufig auch mit der faszinierenden Welt des menschlichen Körpers.

Er hat auf den Wettbewerben des BDFA und auch bei den EUROFILMERN zahlreiche Bronze- und Silbermedaillen gewonnen. Aber der Medaillenruhm war eigentlich nie sein Ziel. In einem Interview vom September 2011 sagte er: „Zu den Wettbewerben gehe ich gespannt und mit wachem Interesse, bin aber weithin unempfindlich gegenüber den Urteilen der Jury.“ Dorthin eingeladen, konnte er sein Wissen um das erfolgreiche Arbeiten als Filmautor viele Male einfließen lassen – und war dabei beispielhaft genauso einfühlsam mit anderen Autoren, wie es seine Filme für die Zuschauer sind.

Die filmische Welt des Max Conradt klingt in seinem letzten Film „Der Friedhof der toten Bäume“ nach. Hier treffen sich seine große Liebe zur klassischen Musik mit den meditativen Motiven seiner filmischen Arbeit.

Lieber Max, wir sind sehr traurig, dass es Dich nun nicht mehr gibt.

Peter Klüver (bearb. boe)
BDFA-Nord

Abschied von Rolf Mexstorf

Die Hamburger Filmautoren und der Landesverband BDFA-Nord haben einen großen Verlust zu beklagen. Der Club schreibt:

„Bereits am 29. August verstarb unser Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender Rolf Mexstorf im Alter von 93 Jahren.

Rolf  Mexstorf war 1971 Mitbegründer unseres Clubs und übernahm dann auch die Clubleitung.  Als Mann der ersten Stunde organisierte er Seminare und Wettbewerbe und so hatte der Club 1983 über 70 Mitglieder.
Bis ins hohe Alter war Rolf im Club aktiv und unser großer Sponsor“.

Auch im Landesverband unterstützte er dessen Arbeit und nahm an allen Debatten um den künftigen Weg rege teil, oft stellte er sich für die Jury und Seminare zur Verfügung, um seine Erfahrungen einzubringen.

Für Rolf war es der Höhepunkt, die 67. Deutschen Filmfestspiele 2009 in Hamburg mit seinem Club und vielen Helfern im Landesverband auszurichten.
Für die Ausrichtung der DAFF erhielt Rolf die goldene Ehrennadel des BDFA.

Wir werden ihn in Erinnerung behalten und sagen Danke für alles.

HFA und BDFA-Nord